Der Tod nahestehender Menschen ist ein Anstoß, sich mit dem eigenen Sterben zu beschäftigen. Oder sogar mit dem eigenen Begräbnis.
Ich finde es angemessen, ja notwendig, rechtzeitig Überlegungen dazu anzustellen – auch wenn ich als 66-Jähriger noch eine statistisch zu berechnende Lebenserwartung von 17,57 Jahren habe – also knapp 84 Jahre alt werde (so wie aktuell mein Vater). Und ich halte das keineswegs für ein Sakrileg oder gar die Gefahr, das Ende dadurch „heraufzubeschwören“. Denn der Tod gehört nun mal zum Leben, und mein Glaube an ein wie auch immer geartetes Weiterleben nach dem physischen Tod macht mich da recht gelassen (und sollte mit dem Tod alles aus sein, krieg ich’s eh nicht mehr mit).
Also: Wie wohl alle möchte ich gerne halbwegs schmerzfrei sterben, in einem geistigen Zustand, dass ich davor noch wichtige Dinge regeln und mich von den mir Liebsten verabschieden konnte. Etwas Sorge macht mir diesbezüglich meine Zugehörigkeit zur Baby-Boomer-Generation: So wie jetzt viele in Pension gehen/gingen, werden in 15, 20 Jahren viele sterben… was bedeutet das für das heute schon so überforderte Pflegesystem? Wird es genug Palliativplätze geben?
Ich denke, ich möchte, dass mein Leichnam verbrannt wird. Die Urne soll in einen Bestattungswald in Wien (https://www.baumbestattung-wien.at/ ) kommen, wo genau, ist mir nicht wichtig. Zur Beisetzung sollen alle kommen, die sich von mir verabschieden wollen, und wer möchte, soll am Grab ein paar Worte der Erinnerung sagen. Professionelle Grabredner:in braucht es keine:n. Und vielleicht hinterlasse ich ja selbst etwas zum Vorlesen, mal sehen. Davor soll es Musik geben, ich denke an „Silence“, ein Stück von Haden/Garbarek/Gismonti auf der CD „Magico“ sowie an „Gymnopédie Nr 1“ von Eric Satie, am liebsten live gespielt von Fabian). Ganz nett fände ich eine Diashow mit Bildern aus verschiedenen Lebensphasen. Beim Leichenschmaus soll es ein einfaches Mahl und gute Laune statt Trauerkloßstimmung geben. Denn ich bin ein humorvoller, lebenslustiger Mensch und finde, mein Leben ist jetzt schon lang genug, um als abgerundet gelten zu können.
Übrigens gestalte ich auch diese meine Website mit der Absicht, etwas zu hinterlassen für Menschen, denen ich etwas bedeute